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Energiewende beschleunigen: Energieeffizienz und Erneuerbare Energien in Einklang bringen
Staatssekretär Steinlein eröffnete den „Deutsch-Japanischen Energiedialog“ in Tokio

Energieeffizienz ist die größte, schnellste und billigste Quelle für Klima- und Ressourcenschutz. Nicht nur für die Internationale Energieagentur (IEA) ist „Energy Efficiency First“ das neue Schlagwort, sondern auch für jene Staaten, die eine vollständige Dekarbonisierung des Energiesystems anstreben. Gleichzeitig wird Strom aus Sonne und Wind immer günstiger – wie kann man erreichen, dass beide Faktoren die Energiewende beschleunigen? Ein deutsch-japanischer Expertendialog ging dieser Frage nach.

Foto (von l. nach r.): Akihiro Kuroki (IEEJ), Hisashi Hoshi (IEEJ), Yukari Yamashita (IEEJ), Stephan Steinlein (Auswärtiges Amt), Peter Hennicke (Wuppertal Institut), Wilhelm Meemken (ECOS Consult)

Die übereinstimmende Botschaft von globalen und nationalen Langzeit-Energieszenarien lautet: „Energieeffizienz plus Erneuerbare Energien“ bilden die entscheidende Grundlage für nachhaltige Energiesysteme weltweit. So schätzt die IEA, dass Energieeffizienz im Energiesektor bis 2030 zu etwa 50 Prozent zum globalen Klimaschutz beitragen muss und auch kann.
Heißt das aber nun, dass Investitionen weniger in den Ausbau der „Erneuerbaren“, sondern vor allem in die Steigerung der Energieeffizienz fließen sollen, da „NEGAWatt“ (Vermeidung von Energieverbrauch) kostengünstiger sind als noch mehr grüne „MEGAWatt“? Wie beides erfolgreich zu einer beschleunigten Energiewende beitragen kann, diskutierten Experten auf dem deutsch-japanischen Energiedialog am 15. November 2016 in Tokio auf Einladung des Auswärtigen Amtes, des Institute of Energy Economics (IEEJ) und ECOS Consult in Kooperation mit dem Deutsch-Japanischen Energiewenderat (GJETC). Eröffnet wurde die Veranstaltung von Staatssekretär Stephan Steinlein (Auswärtiges Amt).

Gerade Deutschland und Japan als reiche Hochtechnologie-Länder verfügen über das Know-how, das Kapital, die Technologien und auch – trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe – über das zivilgesellschaftliche Engagement, um den Weg zur Energiewende bis zur Jahrhundertwende erfolgreich umzusetzen.
Daher unterstützt das Außenministerium den neu eingerichteten Deutsch-Japanischen Energiewendrat. Hinter dem Kürzel GJETC (German-Japanese Energy Transition Council) verbirgt sich ein institutionalisierter Expertenrat, der durch eine unabhängige und auf Kontinuität angelegte Form der Wissensvermittlung zu den Chancen und Herausforderungen der Energiewende in beiden Ländern Empfehlungen für den Umbau der Energiesysteme in Japan und Deutschland erarbeitet.

Für das Auswärtige Amt hängen Energiepolitik und Außenpolitik eng zusammen. Eine energische Umsetzung der Energiewende reduziert den Energieverbrauch und die Energieimportabhängigkeit; insofern ist die Energiewende auch Vorsorge gegen außenpolitische Konflikte.

Der deutsch-japanische Energiedialog fand zeitgleich mit der Japanreise von Bundespräsident Joachim Gauck statt. Vom 13. bis 18. November 2016 hat der Bundespräsident unter anderem Kaiser Akihito, Ministerpräsident Abe sowie Wirtschaftsvertreter und Intellektuelle zum Gedankenaustausch getroffen. Neben aktuellen bilateralen, außen- und europapolitischen Fragen standen auch wirtschaftliche Herausforderungen, vor allem der Ostasienregion, im Zentrum der Gespräche.
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